HIV Diagnose und Testverfahren

Die Zeit zwischen Eindringen des Erregers und Auftreten der ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) ist unterschiedlich. In mehr als 90% der Fälle bilden sich innerhalb von 3 Monaten sogenannte Antikörper gegen das HI-Virus. Auf dieser Abwehrreaktion des Körpers beruhen die gängigen HIV-Tests. Diese speziell gegen die HIV-Infektion gerichteten Antikörper lassen sich im Blut nachweisen.

Suchtest (sog. ELISA-Prinzip)

Der ELISA-Test basiert auf einer durch spezielle Enzyme hervorgerufenen Farbreaktion.
HIV-Antikörper (ab der 4. Generation des ELISA-Tests auch Antigene) werden mit dem Enzym markiert, welches in einer Reaktion katalysiert und somit das Vorhandensein der nach-zuweisenden Antikörper und Antigene bestätigt. Allerdings kann der ELISA-Test falsch-positive Ergebnisse anzeigen, weswegen man bei einem positiven Ergebnis immer einen Bestätigungstest benötigt.

Bestätigungstest

Hierfür ist in Deutschland ein sog. Western-Blot oder ein Immunfluoreszenz-Test vorgeschrieben. Dabei wird Blutserum auf gezüchtetes HI-Virus-Eiweiß aufgetragen. Lassen sich abermals Antikörper nachweisen, gilt die HIV-Infektion als bestätigt. Falsch oder vermeintlich positive Ergebnisse sind beim Western-Blot sehr selten.

Falls auch der Bestätigungstest nicht eindeutig ist, jedoch eine akute Primärinfektion zu befürchten ist, bietet sich eine weitere Möglichkeit. Im Blut kann die Erbinformation des HI-Virus nachgewiesen werden. Hierzu nutzt man den sogenannten PCR-Test.

Die Diagnose HIV-positiv liegt erst dann vor, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Beide Testverfahren - Suchtest und Bestätigungstest - müssen ein positives Ergebnis zeigen.
  • Der Bestätigungstest muss mit einer neuen Blutprobe durchgeführt worden sein.

Der Nachweis von HIV-Antikörpern bedeutet, dass man:

  • sich mit dem HI-Virus infiziert hat,
  • andere Menschen mit dem Virus anstecken kann, z.B. bei ungeschütztem Sex.

Ein positives Ergebnis bedeutet nicht, dass man:

  • das Krankheitsbild AIDS bereits hat
  • oder zwangsläufig bald an AIDS erkranken wird.

Ein negatives Testergebnis bedeutet zunächst nur:

  • dass zum Zeitpunkt des Tests im Blut keine HIV-Antikörper nachgewiesen wurden. Trotzdem könnte man infiziert sein, denn der Test könnte erfolgt sein, bevor sich die Antikörper nachweisen lassen. Hier empfiehlt es sich den Test nach 8-10 Wochen (ca. 90 %ige Sicherheit) zu wiederholen. Bis dahin gilt: Safer Sex!

In seltenen Ausnahmefällen lassen sich die Antikörper erst nach mehreren Monaten nachweisen. Um wirklich sicherzugehen, sollte man den HIV-Test ein halbes Jahr später wiederholen lassen. Auch und vor allem in dieser Zeit gilt: Safer Sex!

Wichtig: Die in Deutschland üblichen Tests beziehen sich auf die HIV-1-Variante, die für den Großteil aller HIV-Infektionen weltweit verantwortlich sind. In Westafrika hingegen herrscht die HIV-2-Variante vor, für die hiesige Tests nicht geeignet sind. Sollten Sie befürchten, sich in einem westafrikanischen Land mit HIV infiziert zu haben, machen Sie Ihren Arzt unbedingt darauf aufmerksam.

Wenn die Diagnose „positiv“ gesichert ist, wird die Menge an Viren im Blut bestimmt. Dieser Wert wird als Viruslast bezeichnet und als Anzahl der Viruskopien pro ml Blut ausgedrückt.

Die Viruslast ist neben der Zahl der CD4-Lymphozyten eine wichtige Größe, um die Schwere der Infektion zu beurteilen. Beide Werte helfen bei der Entscheidung, wann mit der Therapie begonnen werden soll und welche Medikamente miteinander kombiniert werden sollen.

Videos

Diagnose von HIV

Diagnose